DNS Cache Poisoning

  • Fabian Sinner
  • März 22, 2024

Inhaltsverzeichnis

    DNS Cache Poisoning

    DNS Cache Poisoning, auch als DNS Spoofing bekannt, ist eine Form des Cyberangriffs, bei dem ein Angreifer Daten in den DNS-Resolver-Cache einschleust, um den Resolver dazu zu bringen, eine falsche IP-Adresse zurückzugeben. Wenn Benutzer dann eine Website besuchen möchten, werden sie stattdessen auf eine betrügerische Seite umgeleitet.

    Wie funktioniert DNS Cache Poisoning?

    DNS Cache Poisoning funktioniert durch das Ausnutzen von Schwachstellen im DNS-Protokoll, um falsche Einträge in den DNS-Cache eines Servers oder eines Resolver-Clients einzuschleusen. Der Angriff zielt darauf ab, den Resolver dazu zu bringen, eine falsche IP-Adresse für eine Anfrage zurückzugeben, wodurch Benutzer unbewusst zu einer vom Angreifer kontrollierten Seite umgeleitet werden.

    Alles beginnt, wenn ein Benutzer eine Website besuchen möchte und sein Gerät eine Anfrage an den DNS-Resolver sendet, um die IP-Adresse der angeforderten Domain zu erhalten. Der Angreifer lauscht auf Anfragen an den DNS-Resolver oder initiiert selbst eine Anfrage durch den Benutzer, zum Beispiel durch das Klicken auf einen Link oder das Öffnen einer infizierten E-Mail. Der Angreifer bereitet dann gefälschte Antworten vor, die er dem Resolver zusenden möchte.

    Bevor der legitime DNS-Server antworten kann, sendet der Angreifer eine Flut von gefälschten Antworten an den Resolver. Diese Antworten sind so gestaltet, dass sie aussehen, als kämen sie vom echten DNS-Server. Sie enthalten jedoch falsche IP-Adressen, die auf vom Angreifer kontrollierte Server verweisen.

    Wenn der Resolver nicht korrekt überprüft, von welchem Server eine Antwort kommt, und die gefälschte Antwort für gültig hält, speichert er die falsche IP-Adresse im Cache. Zukünftige Anfragen nach derselben Domain werden dann mit der gefälschten IP-Adresse aus dem Cache beantwortet.

    Der Benutzer wird zur falschen IP-Adresse umgeleitet und landet auf einer vom Angreifer kontrollierten, betrügerischen Webseite. Diese Seite kann zum Phishing, zur Verbreitung von Malware oder zu anderen bösartigen Zwecken genutzt werden.

    Solange der gefälschte Eintrag im Cache des Resolvers bleibt, werden alle Benutzer, die die gleiche Anfrage stellen, zur betrügerischen Website umgeleitet. Dies setzt sich fort, bis der Cache-Eintrag abläuft oder der Cache bereinigt wird.

    Wieso ist DNS Cache Poisoning so gefährlich?

    Ein erfolgreich durchgeführter Angriff kann eine große Anzahl von Benutzern beeinflussen. Sobald ein DNS-Cache-Eintrag vergiftet ist, werden alle Benutzer, die Anfragen über diesen Cache stellen, zur falschen Adresse umgeleitet. Dies kann Tausende oder sogar Millionen von Benutzern betreffen, je nachdem, wie weit verbreitet der vergiftete DNS-Resolver ist.

    Für den Endbenutzer ist es oft schwer zu erkennen, dass er Opfer eines DNS Cache Poisoning geworden ist. Die gefälschten Websites können den echten sehr ähnlich sehen, wodurch Benutzer unwissentlich sensible Informationen wie Login-Daten, persönliche Informationen oder Kreditkartendetails preisgeben.

    Angreifer können DNS Cache Poisoning nutzen, um eine breite Palette von schädlichen Aktivitäten durchzuführen, einschließlich Phishing, Verbreitung von Malware, DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) durch Umleitung des Verkehrs, und Man-in-the-Middle-Angriffe, bei denen der Angreifer die Kommunikation zwischen dem Benutzer und der gewünschten Website abfängt.

    Einmal vergiftete Cache-Einträge können für die Dauer ihrer TTL (Time-to-Live) im Cache bleiben, was bedeutet, dass die Auswirkungen des Angriffs fortbestehen können, selbst nachdem der ursprüngliche Angriff gestoppt wurde. In manchen Fällen kann dies Stunden oder sogar Tage dauern.

    DNS Cache Poisoning kann das Vertrauen in das Internet und seine Kerninfrastruktur schwächen. Es kann schwerwiegende Folgen für die Reputation von Unternehmen haben, deren Namen missbraucht werden, und es kann das allgemeine Vertrauen in Online-Transaktionen und -Kommunikation schwächen.

    Die Verteidigung gegen DNS Cache Poisoning erfordert die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen wie DNSSEC, die sowohl technisch komplex als auch ressourcenintensiv sein können. Nicht alle Organisationen oder ISPs sind bereit oder fähig, diese Maßnahmen umzusetzen, was ihre Netzwerke anfällig macht.

    Wie kann man sich davor schützen?

    Um sich vor DNS Cache Poisoning zu schützen, können sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen mehrere Maßnahmen ergreifen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Sicherheit des DNS-Systems zu stärken und die Wahrscheinlichkeit von erfolgreichen Angriffen zu verringern.

    • DNSSEC (Domain Name System Security Extensions) implementieren

    DNSSEC bietet eine Möglichkeit, die Authentizität der DNS-Antworten zu überprüfen. Es verwendet digitale Signaturen, um sicherzustellen, dass die Daten, die vom DNS-Resolver zurückgegeben werden, nicht manipuliert wurden. Die Verwendung von DNSSEC kann erheblich dazu beitragen, die Sicherheit von DNS-Abfragen zu verbessern.

    • Validierung auf dem Resolver durchführen

    DNS-Resolver können so konfiguriert werden, dass sie die Authentizität der DNS-Antworten überprüfen. Dies kann durch den Einsatz von Software erreicht werden, die DNSSEC-Validierung unterstützt. Die Validierung hilft sicherzustellen, dass die Daten von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen.

    • Cache-Poisoning-Schwachstellen minimieren

    Die DNS-Server-Software sollte stets auf dem neuesten Stand gehalten werden, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten. Regelmäßige Updates und Patches sind entscheidend, um die Sicherheit zu gewährleisten.

    • Kryptographische Maßnahmen verwenden

    Es können Techniken eingesetzt werden, die die Sicherheit der Kommunikation zwischen DNS-Servern und -Resolvern verbessern, wie etwa die Verwendung von TLS (Transport Layer Security) für DNS-Anfragen (bekannt als DNS-over-TLS) oder HTTPS (DNS-over-HTTPS). Diese Methoden verschlüsseln den Datenverkehr, was es Angreifern erschwert, die Kommunikation zu manipulieren.

    • Quellenrate limitieren

    Das Begrenzen der Rate, mit der Antworten von unbekannten oder nicht vertrauenswürdigen DNS-Servern akzeptiert werden, kann die Fähigkeit eines Angreifers einschränken, gefälschte DNS-Antworten in den Cache einzuschleusen.

    • Netzwerküberwachung und -analyse

    Das Netzwerkverhalten sollte aktiv auf Anomalien überwacht werden, die auf einen DNS Cache Poisoning-Angriff hinweisen könnten, wie unerwartete DNS-Anfragen oder Verkehrsmuster. Fortgeschrittene Sicherheitssysteme können dabei helfen, verdächtige Aktivitäten zu identifizieren und zu alarmieren.

    • Bewusstsein schaffen

    Mitarbeiter und Endbenutzer sollten über die Risiken von DNS-basierten Angriffen und best practices für die Cybersecurity geschult werden. Bewusstsein kann dazu beitragen, das Risiko von Phishing und anderen betrügerischen Taktiken, die oft im Zusammenhang mit DNS Cache Poisoning verwendet werden, zu minimieren.

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