Cross-Site-Scripting (XSS)

  • Fabian Sinner
  • Dezember 5, 2023

Inhaltsverzeichnis

    Cross-Site-Scripting (XSS)

    Cross-Site-Scripting (XSS) beschreibt eine Sicherheitslücke, die in Webanwendungen auftritt, wenn ein Angreifer erfolgreich bösartigen Code (üblicherweise in Form von Skripten) in Webseiten einfügt, die andere Nutzer sehen und ausführen.

    XSS-Angriffe können genutzt werden, um sensible Informationen wie Session-Tokens oder andere persönliche Daten zu stehlen, die Identität eines Nutzers in einer Session zu übernehmen oder den Nutzer zu ungewollten Aktionen auf der betroffenen Webseite zu verleiten. Um sich vor XSS-Angriffen zu schützen, sollten Webentwickler Eingaben validieren, säubern und sicherstellen, dass Webseiteninhalte sicher verarbeitet werden.

    Wie funktioniert Cross-Site-Scripting (XSS)?

    Der Angreifer findet beim Cross-Site-Scripting (XSS) eine Schwachstelle in einer Webanwendung, die es ihm erlaubt, eigenen Code einzuschleusen. Dies kann beispielsweise durch direkte Eingabe in Formulare, durch das Manipulieren von URL-Parametern oder durch das Posten von Kommentaren erfolgen.

    Wenn ein anderer Benutzer die manipulierte Webseite besucht, wird der eingebettete Schadcode als Teil der Webseite im Browser des Benutzers ausgeführt. Da der Browser annimmt, dass der Code von einer vertrauenswürdigen Quelle (der Webseite selbst) stammt, wird der Code ausgeführt.

    Der bösartige Code kann eine Vielzahl von Aktionen durchführen, abhängig von den Absichten des Angreifers:

    • Stehlen von Cookies oder Sitzungstoken, was es dem Angreifer ermöglicht, die Identität des Benutzers zu übernehmen.
    • Umleiten des Benutzers auf eine bösartige Webseite.
    • Zugriff auf und Änderung von Inhalten der Webseite, was zu Phishing-Angriffen oder Verbreitung von falschen Informationen führen kann.
    • Durchführen von Aktionen im Namen des Benutzers auf der Webseite.

    In einigen Fällen kann sich der XSS-Angriff auch über die betroffene Webseite hinaus verbreiten, wenn beispielsweise Benutzer dazu gebracht werden, Links zu teilen, die den bösartigen Code enthalten.

    Welche Arten von Cross-Site-Scripting (XSS) gibt es?

    Es wird zwischen drei verschiedenen Arten von Cross-Site-Scripting (XSS) unterschieden:

    Reflected XSS

    Dieser Typ von XSS tritt auf, wenn der Angreifer einen Nutzer dazu bringt, eine speziell präparierte URL zu öffnen, die Schadcode an die anfällige Webseite sendet. Der Server fügt diesen Code in die Antwort ein, die an den Browser des Nutzers zurückgeschickt wird. Der Code wird dann im Browser des Nutzers ausgeführt.

    Stored XSS

    Bei dieser Form des Angriffs wird der bösartige Code in einer Datenbank, einem Nachrichtenforum, einem Kommentarfeld oder einer anderen Speicherstelle auf dem Server hinterlegt. Wenn andere Nutzer die betroffene Seite besuchen, wird der gespeicherte Schadcode ausgeführt.

    DOM-based XSS

    Hierbei wird der Schadcode nicht über den Server, sondern direkt im DOM (Document Object Model) der Webseite im Browser des Nutzers ausgeführt. Dies kann geschehen, wenn eine Webseite JavaScript verwendet, das Eingaben des Nutzers in die Seite einfügt, ohne diese angemessen zu validieren oder zu säubern.

    Welche Auswirkungen hat Cross-Site-Scripting (XSS)?

    Cross-Site-Scripting (XSS) kann eine Reihe von schwerwiegenden Auswirkungen haben, sowohl für die Benutzer als auch den Betreiber der betroffenen Website.

    XSS-Angriffe ermöglichen es einem Angreifer oft, Cookies oder Sitzungs-Token zu stehlen. Diese Informationen können verwendet werden, um die Identität eines Benutzers zu übernehmen und unbefugten Zugriff auf sein Konto zu erhalten. Angreifer können außerdem das Aussehen oder den Inhalt einer Webseite verändern, um betrügerische Aktivitäten durchzuführen, wie z.B. das Sammeln sensibler Benutzerinformationen durch gefälschte Anmeldeformulare.

    Durch XSS können Phishing-Seiten erstellt werden, die legitime Webseiten imitieren, um Benutzer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben. XSS kann auch zur Verbreitung von Malware genutzt werden, indem Besucher einer kompromittierten Webseite dazu verleitet werden, schädliche Software herunterzuladen.

    Ein Angreifer könnte XSS verwenden, um Browser-basierte Netzwerkangriffe gegen andere Systeme zu starten, beispielsweise durch Ausnutzung des Vertrauens, das andere Systeme dem Benutzer entgegenbringen. Sicherheitsverletzungen, die durch XSS verursacht werden, können das Vertrauen der Benutzer in eine Website oder eine Marke ernsthaft beeinträchtigen.

    Organisationen, die von XSS-Angriffen betroffen sind, können mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert werden und finanzielle Verluste z.B. durch Schadensersatzansprüche, Bußgelder und die Kosten für die Behebung der Sicherheitslücken erleiden.

    Um diese Risiken zu minimieren, ist es wichtig, dass Webentwickler bewährte Sicherheitsmaßnahmen anwenden, wie beispielsweise die Validierung und Bereinigung von Eingabedaten, die Implementierung von Content-Security-Policy (CSP) und die Verwendung sicherer Programmierpraktiken.

    Wie kann ein solcher Übergriff verhindert werden?

    Die Verhinderung von Cross-Site-Scripting (XSS) erfordert eine Kombination aus sicheren Codierungspraktiken, sorgfältiger Validierung und Säuberung von Benutzereingaben sowie der Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen auf der Webseite.

    • Eingabevalidierung: Alle Eingaben, insbesondere die, die von Benutzern kommen, sollten validiert werden. Dies umfasst die Überprüfung auf korrekte Datentypen, Längenbeschränkungen und das Filtern von potenziell gefährlichen Zeichen.
    • Ausgabe-Escaping: Beim Anzeigen von Daten, die von Benutzern stammen oder die aus einer unsicheren Quelle kommen, können diese „escaped“ werden. Das bedeutet, dass spezielle Zeichen, die in HTML, JavaScript oder anderen Skriptsprachen eine Bedeutung haben, in eine sichere Form umgewandelt werden.
    • Verwendung von Content Security Policy (CSP): CSP ist eine Sicherheitstechnik, die es Webservern ermöglicht, die Art der Inhalte zu definieren, die im Browser ausgeführt werden dürfen. CSP kann so konfiguriert werden, dass die Ausführung von JavaScript eingeschränkt oder verhindert wird, es sei denn, es stammt aus vertrauenswürdigen Quellen.
    • Sicheres Framework und Templates: Viele moderne Web-Frameworks und Template-Engines verfügen über eingebaute Mechanismen, um XSS zu verhindern, indem sie automatisch Eingaben escapen. Die Verwendung dieser Tools kann helfen, viele XSS-Schwachstellen von vornherein zu vermeiden.
    • Cookies mit dem Attribut HttpOnly versehen: Werden Cookies mit dem HttpOnly-Attribut versehen, kann verhindert werden, dass Client-seitige Skripte auf die Cookies zugreifen.
    • Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und Code-Reviews: Durch regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und Code-Reviews kann sichergestellt werden, dass Sicherheitslücken erkannt und behoben werden.

    Durch die Anwendung dieser Maßnahmen können Entwickler und Organisationen das Risiko von XSS-Angriffen erheblich verringern und die Sicherheit ihrer Webanwendungen stärken.

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