HTTP 404 Fehler

  • Fabian Sinner
  • Januar 24, 2024

Inhaltsverzeichnis

    HTTP 404 Fehler

    Eine der häufigsten Error-Meldungen, die im Internet angetroffen werden kann, ist der HTTP 404 Fehler. Dieser zeigt an, dass die gewünschte Seite oder angeforderte Datei nicht länger verfügbar ist. Stellen Sie in ihrem Browser also eine Anfrage für das gewünschte Ziel, dieses ist aber nicht erreichbar, spielt der Server einen 404-Fehlercode aus.

    In den meisten Fällen erhalten Sie dann eine generische Darstellung von schwarzem Text auf weißem Hintergrund, der Ihnen eine Nachricht wie „404 Not Found“ oder „404 – Seite nicht gefunden“ anzeigt.

    404-Fehler passieren schnell: In vielen Fällen trifft dies auf alte eingebettete Links zu, die über all die Jahre Funktionalität eingebüßt haben, weil die verlinkte Seite nicht mehr existiert oder sich die Zielquelle geändert hat. Google weist Webmaster in regelmäßigen Abständen daraufhin, wenn solche Fehler auftauchen. Wichtig ist, dass darauf schnell reagiert wird, weil ein 404-Error negative Auswirkungen auf das eigene SEO-Ranking haben kann.

    Wie entsteht ein HTTP 404 Fehler?

    Ein HTTP 404 Fehler passiert schneller, als man denkt. Nicht ohne Grund ist er der am häufigsten anzutreffende Fehler im World Wide Web. Folgende Beispiele können die Ursache dafür sein:

    • Die Webseite existiert nicht mehr
    • Der Webserver kann nicht erreicht werden
    • Die URL der Ressource wurde umbenannt und dadurch hat sich der Ziel-Link geändert
    • Die Ressource hat den Ort gewechselt und wurde woanders eingegliedert
    • Der Nutzer hat im Browser eine falsche URL eingetragen

    Auch wenn alle der genannten Punkte zu einem 404-Fehler führen können, ist der übliche Grund die Umbenennung oder der Umzug einer bereits vorhandenen URL. Wird keine saubere Weiterleitung per 301-Redirect eingesetzt, ist die Page plötzlich nicht mehr über den vorherigen Link erreichbar – und der 404-Fehlercode wird ausgespielt.

    Als klassischen Use Case kann man hier die Überarbeitung der vorhandenen Linkstruktur nehmen. Wird eine Webpage in ein anderes Linkcluster übernommen, in dem man z.B. ein bestehendes Produkt in eine andere Kategorie verschiebt, ändert sich nicht selten die gesamte Struktur der URL.

    Ein anderes Beispiel wäre die Umbenennung einer Seite, weil sich beispielsweise der Produktname geändert hat. Manche Content-Management-Systeme (CMS) haben dann die Angewohnheit, den Link automatisch auf die geänderte Namensgebung anzupassen. Das Ergebnis: Der Link ändert sich und die alte Adresse ist ohne Weiterleitung nicht länger erreichbar.

    Welche Nachteile haben 404-Fehler für eine Webseite?

    Ein oder zwei übersehene 404-Fehlermeldungen stellen kein unmittelbares Risiko für eine Webseite dar, auch wenn diese dennoch ausgebessert werden sollten. Gefährlicher wird eine Vielzahl von nicht erreichbaren Seiten, die sich in zwei potenzielle Risikofaktoren aufgliedern: Das Nutzererlebnis und die Suchmaschinenoptimierung.

    Nutzererlebnis

    Ein User, der auf einer Webseite eine Vielzahl von Fehlermeldungen erhält, wird kein gutes Surferlebnis haben und die Seite mit großer Wahrscheinlichkeit schnell verlassen. Nutzer sind mittlerweile gewohnt, alles möglichst schnell und verlässlich zu finden. Wird diese Anforderung nicht erfüllt, leidet ihre Zufriedenheit. Die Absprungrate steigt und damit auch der Erfolg des Unternehmens. Zudem ist die Chance gering, dass die abgesprungen Nutzer diese Webseite jemals wieder besuchen werden.

    Suchmaschinenoptimierung

    Der Google-Crawler besucht regelmäßig Webseiten und überprüft diese entweder nach wertvollen Inhalten oder möglichen Problemen. Wertvoller und verlässlicher Content wird als äußerst positiv eingestuft – kaputte oder nicht auffindbare Webseiten erreichen das Gegenteil. Entdeckt der Crawler eine Vielzahl von 404-Fehlern oder andere Error-Codes wird das irgendwann unweigerlich zu einer Abstufung der Webseite führen und damit zu einem negativen Ergebnis in den organischen Google-Rankings.

    Wie identifiziere ich HTTP 404 Fehler auf meiner Webseite?

    Je umfangreicher die eigene Webseite ist, desto komplexer kann die Suche nach 404-Fehlern werden. Alle Pages manuell zu überprüfen, wird nur für die wenigsten Internetauftritte eine sinnvolle Lösung sein. Daher führt kein Weg an speziellen Tools vorbei, die die Arbeit automatisiert und verlässlich übernehmen. Die folgenden zwei Optionen sind häufig im Einsatz:

    • Google Search Console: Der Klassiker unter den Webmaster-Tools. Die Google Search Console ist kostenlos zu nutzen und schnell einzurichten. Das Tool schickt regelmäßige Updates an den hinterlegten Nutzer, wenn Unstimmigkeiten entdeckt wurden.
    • Dead Link Checker: Dieses kostenlose Tool ist bei vielen Webmastern beliebt, weil die Überprüfung manuell angestoßen werden kann sowie die Möglichkeit für festgelegte Auto-Checks besteht.

    Es gibt noch weitere Linkcheck-Optionen auf dem Markt, die entweder kostenlos oder bezahlt genutzt werden können. Am Ende funktionieren alle mehr oder weniger gleich und übernehmen die Arbeit für den Webseitenbesitzer. Sie machen Problemen ausfindig und identifizieren Fehler wie den 404-Errorcode.

    Wie werden solche Fehler korrekt behoben?

    Während der Lebenszeit einer Internetseite lässt es sich kaum verhindern, dass an manchen Stellen 404-Fehler auftauchen. Wichtig ist, dass diese von einem eingesetzten Tool erkannt werden, um das Probleme zeitnah zu beheben. So lösen Sie das Thema:

    Weiterleitungen setzen

    Wie weiter oben bereits festgestellt, entsteht ein HTTP 404 Fehler in vielen Fällen durch eine Namensänderung oder durch die Modifizierung des eigentlichen Links. Sollte dies der Fall sein, sollte direkt ein 301-Redirect gesetzt werden, der vom ursprünglichen Link zur neuen Adresse weiterleitet. Sollten Sie eine bestehende Webseite komplett löschen, lohnt sich auch eine Weiterleitung auf eine themennahe Seite, die den Besucher ebenfalls interessieren könnte. Solch eine Weiterleitung kann zu jedem Zeitpunkt gesetzt werden, also auch nachträglich.

    Ein 301-Redirect kann entweder über die eigene .htaccess-Datei oder über das interne Content-Management-System (CMS) durchgeführt werden. Hier gilt beachten, dass eine 301-Weiterleitung permanent ist und so lange bestehen bleibt, bis sie vom Webmaster wieder aufgehoben wird.

    Keine Weiterleitung setzen

    Obwohl meistens eine permanente 301-Weiterleitung sinnvoll ist, wird es immer Situationen geben, in denen Webmaster ganz bewusst einen HTTP 404 Fehler wünschen. Üblich wären hier gelöschte Seiten, die man nicht sinnvoll auf themennahe Pages weiterleiten kann.

    Während dieses Vorgehen auf Webseiten mit Textcontent (z.B. Blog oder Glossar) eher unüblich ist, kann dieses Vorgehen vor allem auf E-Commerce-Shops sinnvoll sein. Etwa wenn das Produkt nicht länger verfügbar ist – eine automatische Weiterleitung zu einem anderen Produkt verursacht dann eher Verwirrung, statt hilfreich für den Kunden zu sein.

    Wichtig ist zu wissen, dass gewünschte 404-Pages speziell designt werden sollten. Sie sollten visuell in die bestehende Webseite eingebettet werden und so signalisieren, dass der 404-Fehler tatsächlich gewollt ist. Bekommt der Nutzer eine generisch weiße Fehlerseite angezeigt, wirkt dies eher wie ein ungewünschter Fehler statt einer bewussten Entscheidung.

    Nicht vergessen: Interne Verlinkung

    Sollte die Adresse von Webseiten dauerhaft geändert oder gar gelöscht werden, lohnt sich ein Gedanke an die interne Verlinkung. Welche Seiten verweisen auf die nicht mehr vorhandene Page? Wo sollten Sie proaktiv nachbessern?

    Für den Nutzer ist es unschön per internem Link auf eine 404-Page gelotst zu werden – selbst wenn der Webmaster den Fehlercode bewusst anzeigt. Die Empfehlung daher: Passen Sie die interne Verlinkung proaktiv an, um den Nutzer nicht zu frustrieren. Sollten Sie ein paar Links übersehen haben, wird Sie das eingesetzte Überwachungstool früher oder später darüber informieren.

    Wie man mit einem HTTP 404 Fehler umgeht, kommt also ganz auf die Bedürfnisse des Webseitenbetreibers an. Wichtig ist nur, die Fehler schnell zu identifizieren und dementsprechend zu reagieren. Dank diverser Tools und Lösungsmöglichkeiten sind solche Probleme aber kein kritischer Stolperstein, sofern sich gewissenhaft darum gekümmert wird.

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